Funkenerodieren
Das Funkenerodieren (kurz EDM von engl. electrical discharge
machining), ist ein thermisches, abtragendes Fertigungsverfahren für
leitfähige Materialien, das auf elektrischen Entladevorgängen
(Funken) zwischen einer Elektrode (Werkzeug) und einem leitenden
Werkstück beruht.
Die Bearbeitung findet in einem
nichtleitenden Medium statt, dem sogenannten Dielektrikum (meist Öl
oder deionisiertes Wasser). Entweder in einem Becken, das mit dem
Medium gefüllt ist, oder es wird mittels Schläuchen der erodierte
Bereich mit dem Medium gut umspült.
Das Elektrodenwerkzeug wird dabei auf
einen so schmalen Spalt (0,04-0,5 mm) an das Werkstück herangeführt,
bis ein Funken überschlägt, welcher das Material punktförmig
aufschmilzt und verdampft. Je nach Intensität, Frequenz, Dauer,
Länge, Spaltbreite und Polung der Entladungen entstehen die
unterschiedlichen Abtragsergebnisse. Selbst komplizierte geometrische
Formen sind herstellbar. Das Elektrodenmaterial wählt man nach dem zu
bearbeitenden Werkstoff aus. Kupfer, Messing, Graphit,
Kupferlegierungen (meist Wolfram) und Hartmetall sind die gängigsten
Elektrodenmaterialen.
Man unterscheidet zwischen dem
funkenerosiven Bohren (Bohrerodieren), dem funkenerosiven Schneiden
(Drahterodieren), bei dem ein Draht die Elektrode bildet, und dem
funkenerosiven Senken (Senkerodieren), bei dem die Elektrode als
negative Form mit Hilfe einer Funkenerodiermaschine in das Werkstück
gedrückt wird. Eine weitere Anwendung, die immer mehr Beliebtheit
findet, ist das Scheibenerodieren, wobei eine Kupfer-, Kupfer-Wolfram-
oder auch Graphit-Scheibe als rotierende Elektode dient.
Artikel Funkenerodieren.
In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand: 19. Februar 2008, 10:30 UTC.
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(Abgerufen: 28. Februar 2008, 07:45 UTC)